Arctic Paper Kostrzyn

Geschichte

Die Zellstoff-Fabrik in Kostrzyn wurde in den Dreißigerjahren, als Kostrzyn, damals Küstrin, noch zu Deutschland gehörte, vom deutschen Konzern Phrix errichtet. Ab 1938 wurde dort Reyon gebleichter Zellstoff hergestellt . Die Produktion lag bei 7 000 Tonnen, beschäftigt waren rund 300 Menschen. Die Expansion und Modernisierung des Werks führte 1941 zu einer Produktionssteigerung auf 20 000 Tonnen Zellulose im Jahr. Kurz danach wurde die Fabrik im Krieg weitgehend zerstört. 1945 wurde das Zellstoffwerk demontiert.

Nach dem Wiederaufbau in den Fünfzigerjahren ging die erste Produktionslinie bei Kostrzyńskie Zakłady Celulozowo-Papiernicze am 19. Dezember 1958 in Betrieb, ein Jahr später dann eine weitere. In den Sechzigerjahren expandierte das Werk weiter – eine hochmoderne Papierfabrik mit Zellstoffbleiche wurde errichtet. Die erste Papiermaschine mit einer Kapazität von 38 000 Tonnen/Jahr wurde 1968 in Betrieb genommen. Die Herstellung von ungestrichenen holzfreien Papieren begann.

Eine weitere Papiermaschine mit einer Kapazität von 40 000 Tonnen ungestrichenem Papiers/Jahr ging ein Jahr später in Betrieb. Steigerungen von Quantität und Qualität trugen zur Weiterentwicklung der Papierherstellung und einem erweiterten Produktsortiment bei. Die schwersten Zeiten erlebte das Unternehmen in den Neunzigerjahren in Folge der politischen Umwälzungen und der Umstellung von der staatlichen Planwirtschaft auf die Marktwirtschaft

Die schlechte Finanzsituation und die veraltete Technik zwangen das Unternehmen, Investoren für eine Modernisierung zu finden. 1990 wurde Kostrzyńskie Zakłady Papiernicze (KP SA) in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, bei der der Staat der einzige Eigentümer war.

Am 7. Oktober 1993 verkaufte der Minister für Eigentumsumwandlung 80 % der Anteile von KP SA an den schwedischen Papierkonzern TREBRUK AB (heute Arctic Paper). Die verbliebenen 20 % der Aktien übernahmen die Mitarbeiter. Der Staat war also nicht mehr an der Fabrik beteiligt.

Der Erwerb von Zakłady Papiernicze durch TREBRUK AB (heute Arctic Paper) war der erste Schritt einer umfassenden Investitionstätigkeit zur Umwandlung der überholten Papierproduktion in ein modernes, kosteneffektives und umweltfreundliches Werk, das Papier in hoher Qualität herstellt.

Die Zellstoff-Fabrik wurde 1994 stillgelegt, die Papierverarbeitungsabteilung modernisiert, und eine neue Filteranlage für das Wasser wurde in Betrieb genommen. Nach der Modernisierung der Papiermaschinen, vor allem nach der Generalüberholung der zweiten Papiermaschine 1995, stieg die Produktionskapazität.

Die technische und technologische Modernisierung des Unternehmens wurde begleitet durch eine Umstrukturierung. Das Ziel von Arctic Paper war und ist die Herstellung von qualitativ hochwertigen Papieren, nicht die Weiterverarbeitung von Papier. Innerhalb der Fabrik wurden 17 separate Geschäftseinheiten gebildet.

Bei Arctic Paper Kostrzyn S.A. heißt es: „Nur die Veränderung ist von Dauer“. Dank dieser Einstellung verbessert das Unternehmen seine Produkte und Leistungen kontinuierlich und wird so auch den Erwartungen der anspruchsvollsten Kunden gerecht.

2003, nach der Fusion mit dem Arctic Paper Konzern, wurde das Unternehmen von Kostrzyn Paper S.A. in Arctic Paper Kostrzyn S.A. umbenannt.